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Kostenrechnung · KLR I · Lektion 5

Kostenstellenrechnung (II): Zuschlagssätze & Selbstkosten

Autor: Dipl.-Kfm. Michael Schröder, Steuerberater Level: Fortgeschritten
Lernziele
  • Gemeinkostenzuschlagsätze für Material und Fertigung berechnen
  • Herstellkosten + Zuschlagssätze im Verwaltungs-/Vertriebsbereich berechnen
  • Selbstkosten als Ergebnis der Zuschlagsrechnung ermitteln
  • Kennzahlen zum Kosten- und Wirtschaftlichkeitsvergleich kennen
  • Kostenüber- und Kostenunterdeckungen der Kostenstellen ermitteln
Bildung von Kalkulationssätzen Anwendung der Zuschlagsätze Besonderheit Verwaltung und Vertrieb Anwendung: Selbstkosten Kontrolle mit Kennzahlen Übungen mit Lösungen Zusammenfassung
A

Bildung von Kalkulationssätzen

  • Annahme der Proportionalität von Gemeinkosten zu Einzelkosten
Formel Gemeinkostenzuschlagsatz der Kostenstelle = (Kostenstellengemeinkosten ÷ Kostenstelleneinzelkosten) × 100
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B

Anwendung der Zuschlagsätze

Durchläuft ein Kostenträger eine Kostenstelle, an der der Gemeinkostenzuschlagsatz X % beträgt, werden ihm X % der Einzelkosten als Gemeinkostenanteil zugerechnet.

Beispiel Materialeinzelkosten: 100,00 €
+ 50 % Material-Gemeinkostenzuschlagsatz: 50,00 €
= Materialkosten: 150,00 €
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C

Besonderheit Verwaltung und Vertrieb

  • Verwaltung und Vertrieb verursachen in der Regel keine Einzelkosten
  • Herstellkosten: Summe aller Einzel- und Gemeinkosten der Kostenstellen Material und Fertigung
  • Herstellkosten dienen als Bezugsgröße der Gemeinkosten
Formeln Verwaltungsgemeinkostenzuschlagsatz = (Verwaltungsgemeinkosten ÷ Herstellkosten) × 100
Vertriebsgemeinkostenzuschlagsatz = (Vertriebsgemeinkosten ÷ Herstellkosten) × 100
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D

Anwendung: Selbstkosten

Addition aller für Fertigung sowie Verwaltung und Vertrieb angefallenen Kosten:

Materialeinzelkosten
+ Materialgemeinkosten (Zuschlagsatz auf die MEK)
+ Fertigungseinzelkosten
+ Fertigungsgemeinkosten (Zuschlagsatz auf die FEK)
= Herstellkosten
+ Verwaltungsgemeinkosten (Zuschlagsatz auf Herstellkosten)
+ Vertriebsgemeinkosten (Zuschlagsatz auf Herstellkosten)
= Selbstkosten
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E

Schritt 4: Kontrolle mit Kennzahlen

Sinn: Kosten- und Wirtschaftlichkeitskontrolle. Ansatz von „Normal-Kosten" = Erfahrungswerte.

Formel Normal-Zuschlagsatz = (Normal-Gemeinkosten ÷ Ist-Einzelkosten) × 100
SituationBezeichnung
Ist-Kosten niedriger als Normal-KostenÜberdeckung der Kostenstelle
Ist-Kosten größer als Normal-KostenUnterdeckung der Kostenstelle
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F

Übungen mit Lösungen

Übung 1 · Vollständige Selbstkostenrechnung

MEK 10.000 €, Material-GK-Zuschlag 20 %; FEK 8.000 €, Fertigungs-GK-Zuschlag 150 %; Verwaltungs-GK-Zuschlag 10 % (auf HK), Vertriebs-GK-Zuschlag 15 % (auf HK). Ermitteln Sie Herstellkosten und Selbstkosten.

Lösung anzeigen

Materialkosten = 10.000 € + 20 % × 10.000 € = 12.000 €
Fertigungskosten = 8.000 € + 150 % × 8.000 € = 20.000 €
Herstellkosten = 12.000 € + 20.000 € = 32.000 €
Verwaltungs-GK = 10 % × 32.000 € = 3.200 €
Vertriebs-GK = 15 % × 32.000 € = 4.800 €
Selbstkosten = 32.000 € + 3.200 € + 4.800 € = 40.000 €

Übung 2 · Kostenüber-/-unterdeckung

Normal-Gemeinkosten einer Kostenstelle: 50.000 €. Ist-Gemeinkosten: 54.000 €. Liegt eine Über- oder Unterdeckung vor?

Lösung anzeigen

Ist-Kosten (54.000 €) > Normal-Kosten (50.000 €) → Unterdeckung von 4.000 € der Kostenstelle.

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Σ

Zusammenfassung

Das Wichtigste in Kürze
  • Gemeinkostenzuschlagsätze basieren auf der Annahme der Proportionalität von Gemeinkosten zu Einzelkosten
  • Aus dem Verhältnis von Gemeinkosten zu Einzelkosten je Kostenstelle Material und Fertigung wird ein Gemeinkosten-Zuschlagsatz ermittelt
  • Die Summe der Material- und Fertigungskosten stellen die Herstellkosten dar
  • Verwaltung und Vertrieb verursachen keine Einzelkosten, sondern Gemeinkosten
  • Die Summe aller Kosten wird als Selbstkosten bezeichnet
  • Zur Wirtschaftlichkeitskontrolle werden Kennzahlen von Normal- mit Ist-Werten verglichen

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