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Kostenrechnung · KLR I · Lektion 6

Kostenträgerrechnung: Kalkulation & Stückkosten

Autor: Dipl.-Kfm. Michael Schröder, Steuerberater Level: Fortgeschritten
Lernziele
  • Aufgaben der Kostenträgerrechnung kennen
  • Kostenträgerzeit- und Kostenträgerstückrechnung unterscheiden
  • Die vier Kalkulationsverfahren anwenden können
  • Selbstkosten pro Stück berechnen
Aufgaben der Kostenträgerrechnung Kostenträgerzeit- vs. Kostenträgerstückrechnung Divisionskalkulation Äquivalenzziffernrechnung Zuschlagskalkulation Kuppelkalkulation Übungen mit Lösungen Zusammenfassung
A

Aufgaben der Kostenträgerrechnung

Die Kostenträgerrechnung ermittelt die Kosten für die Einheiten betrieblicher Leistungen — also für einzelne Sachgüter oder Dienstleistungen (die „Kostenträger").

  • Ermittlung der Selbstkosten je Produkteinheit als Grundlage für die Preiskalkulation
  • Kontrolle der Wirtschaftlichkeit einzelner Produkte
  • Grundlage für Sortiments- und Preisentscheidungen
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B

Kostenträgerzeit- vs. Kostenträgerstückrechnung

KostenträgerzeitrechnungKostenträgerstückrechnung (Kalkulation)
Ermittelt das Ergebnis je Abrechnungsperiode (z. B. Monat) für alle Kostenträger zusammenErmittelt die Selbstkosten je einzelnem Stück eines Erzeugnisses
MerksatzDie Kostenträgerstückrechnung wird in der Praxis meist einfach „Kalkulation" genannt — je nach Zeitpunkt unterscheidet man Vor-, Zwischen- und Nachkalkulation.
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C

Divisionskalkulation

Einfachstes Verfahren — geeignet bei Massenfertigung homogener Güter (z. B. Elektrizitätswerk, Zigarettenindustrie), ohne Lagerhaltung.

Formel (einstufig) Stückkosten (k) = Gesamtkosten (K) ÷ Produktionsmenge (x)

Beispiel: Gesamtkosten 1.000 €, Menge 100 Stück → k = 1.000 € ÷ 100 = 10 €/Stück
Mehrstufige DivisionskalkulationBei Lagerhaltung oder mehreren Produktionsstufen werden die Kosten je Stufe getrennt berechnet und addiert.
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D

Äquivalenzziffernrechnung

Anwendung bei Sortenfertigung — verwandte, aber nicht identische Produkte (z. B. Kerzen unterschiedlichen Gewichts, Ziegel unterschiedlichen Volumens).

  • Jede Sorte erhält eine Äquivalenzziffer im Verhältnis zu einer Bezugssorte (Ziffer = 1)
  • Umrechnung aller Mengen in „Einheitsmengen", dann Divisionskalkulation auf Basis der Einheitsmengen
Beispiel Sorte A (Äquivalenzziffer 1,0): 100 Stück → 100 Einheiten
Sorte B (Äquivalenzziffer 1,5): 50 Stück → 75 Einheiten
Gesamt: 175 Einheiten. Gesamtkosten 3.500 € → 20 €/Einheit.
Stückkosten Sorte A = 20 €, Sorte B = 20 € × 1,5 = 30 €
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E

Zuschlagskalkulation

Anwendung bei Einzel- und Serienfertigung individueller Güter — Einzelkosten werden direkt zugeordnet, Gemeinkosten über Zuschlagssätze verteilt (siehe Lektion 5).

Summarische vs. differenzierende ZuschlagskalkulationSummarisch: ein einheitlicher Gemeinkostenzuschlag für den gesamten Betrieb. Differenzierend: getrennte Zuschlagssätze je Kostenstelle (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb) — genauer, aber aufwändiger.
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F

Kuppelkalkulation

Anwendung bei Kuppelproduktion — bei der Herstellung eines Hauptprodukts entsteht aus technischen Gründen zwangsläufig ein weiteres, wirtschaftlich selbständig verwertbares Produkt (Beispiel: Raffinerie).

  • Marktwertmethode: Gesamtkosten werden im Verhältnis der Verkaufserlöse der Kuppelprodukte aufgeteilt
  • Restwertmethode: Erlös des Nebenprodukts wird von den Gesamtkosten abgezogen, der Rest entfällt vollständig auf das Hauptprodukt
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G

Übungen mit Lösungen

Übung 1 · Divisionskalkulation

Gesamtkosten der Periode: 90.000 €. Produktionsmenge: 3.000 Stück (homogene Massenfertigung, keine Lagerbestandsänderung). Ermitteln Sie die Stückkosten.

Lösung anzeigen

k = 90.000 € ÷ 3.000 Stück = 30 €/Stück.

Übung 2 · Äquivalenzziffernrechnung

Sorte A (Äquivalenzziffer 1,0): 200 Stück. Sorte B (Äquivalenzziffer 2,0): 100 Stück. Gesamtkosten: 8.000 €. Ermitteln Sie die Stückkosten je Sorte.

Lösung anzeigen

Recheneinheiten: 200 × 1,0 + 100 × 2,0 = 400. Kosten je Einheit = 8.000 € ÷ 400 = 20 €.
Sorte A: 20 € × 1,0 = 20 €/Stück. Sorte B: 20 € × 2,0 = 40 €/Stück.

Übung 3 · Verfahren erkennen

Ein Werftbetrieb fertigt Schiffe nach individuellen Kundenspezifikationen. Welches Kalkulationsverfahren ist geeignet?

Lösung anzeigen

Die Zuschlagskalkulation — geeignet bei Einzel-/Serienfertigung individueller Güter mit direkt zuordenbaren Einzelkosten und über Zuschlagssätze verteilten Gemeinkosten.

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Σ

Zusammenfassung

Das Wichtigste in Kürze
  • Kostenträgerrechnung ermittelt Kosten je Produkteinheit — Kostenträgerzeitrechnung (Periode) vs. Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation)
  • Divisionskalkulation: Massenfertigung homogener Güter
  • Äquivalenzziffernrechnung: Sortenfertigung verwandter Produkte
  • Zuschlagskalkulation: Einzel-/Serienfertigung individueller Güter
  • Kuppelkalkulation: gemeinsame Produktion von Haupt- und Nebenprodukten

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