Die doppelte Buchführung ist das Fundament der kaufmännischen Finanzbuchhaltung. Jeder Geschäftsvorfall hat zwei gleichwertige, gegenläufige Wirkungen und wird daher auf mindestens zwei Konten erfasst.
Aktiva = Passiva (inkl. Eigenkapital auf der Passivseite). Die doppelte Erfassung sorgt dafür, dass die Bilanz immer ausgeglichen bleibt — verletzt eine Buchung diese Logik, ist der Buchungssatz sehr wahrscheinlich falsch.
↑ Zum SeitenanfangBestandskonten bilden Vermögen und Kapital ab — sie zeigen Anfangs-/Schlussbestand sowie Zu- und Abgänge. Typisch sind Bank, Kasse, Forderungen, Verbindlichkeiten, Darlehen.
| Kontotyp | Zugang | Abgang |
|---|---|---|
| Aktivkonto | Soll | Haben |
| Passivkonto | Haben | Soll |
Oft besteht eine Buchung aus mehreren Soll- oder Haben-Konten. Die Grundregel bleibt: Summe Soll = Summe Haben.
Erfolgskonten erfassen alle erfolgswirksamen Vorgänge, beeinflussen Gewinn/Verlust und werden am Jahresende über die GuV abgeschlossen.
Alle Aufwands- und Ertragskonten werden über die GuV abgeschlossen; die GuV wird anschließend ins Eigenkapital abgeschlossen.
Erfolgswirksam: Aufwendungen/Erträge verändern das Eigenkapital über die GuV. Erfolgsneutral: Einlagen/Entnahmen betreffen das Eigenkapital direkt, ohne über die GuV zu laufen.
Das Privatkonto ist ein Unterkonto des Eigenkapitals: Entnahmen im Soll (Eigenkapital sinkt), Einlagen im Haben (Eigenkapital steigt).
Ausgangslage: Unternehmer startet mit 1.000 € Barbestand (Kasse), keine Schulden.
1. Bank 600 € an Kasse 600 €
2. Büromaterial 50 € an Kasse 50 €
3. Telefonaufwand 120 € an Bank 120 €
4. Bank 900 € an Umsatzerlöse 900 €
5. Privatkonto 100 € an Kasse 100 €
Kontrollfrage: Was ist am Ende höher — Bank oder Kasse? Bank steigt durch Einzahlung (600 €) und Kundenzahlung (900 €), sinkt durch Telefon (120 €). Kasse sinkt durch Einzahlung, Büromaterial und Privatentnahme. Ergebnis: Bank liegt am Ende deutlich höher.
↑ Zum SeitenanfangSie zahlen 500 € bar in die Bank ein. Bilden Sie den Buchungssatz.
Bank 500 € an Kasse 500 €. Begründung: Bank (Aktiv) nimmt zu → Soll. Kasse (Aktiv) nimmt ab → Haben.
Sie erhalten eine Telefonrechnung über 120 € und überweisen sofort per Bank. Bilden Sie den Buchungssatz.
Telefonaufwand 120 € an Bank 120 €. Begründung: Aufwand im Soll, Bank (Aktiv) nimmt ab → Haben.
Ein Kunde überweist 2.000 € auf Ihr Bankkonto. Bilden Sie den Buchungssatz.
Bank 2.000 € an Umsatzerlöse 2.000 €. Begründung: Bank (Aktiv) nimmt zu → Soll, Ertrag im Haben.
Sie erhalten eine Rechnung über 800 € auf Ziel, noch nicht bezahlt. Bilden Sie einen passenden Buchungssatz (ohne Umsatzsteuer).
Aufwand (z. B. Wareneinkauf) 800 € an Verbindlichkeiten a. L. u. L. 800 €. Begründung: Aufwand ↑ im Soll, Verbindlichkeiten (Passiv) ↑ im Haben.
Der Unternehmer entnimmt 300 € aus der Kasse privat. Bilden Sie den Buchungssatz.
Privatkonto 300 € an Kasse 300 €. Begründung: Entnahme mindert EK → Privatkonto im Soll, Kasse (Aktiv) nimmt ab → Haben.
In der doppelten Buchführung wird jeder Geschäftsfall mindestens zweifach erfasst: Sollkonto an Habenkonto. Dabei gilt immer: ∑ Soll = ∑ Haben.
| Kontotyp | Zugang / Erhöhung | Abgang / Verminderung |
|---|---|---|
| Aktivkonto | Soll | Haben |
| Passivkonto | Haben | Soll |
| Aufwandskonto | Soll | — |
| Ertragskonto | — | Haben |
| Privatkonto | Soll = Entnahme | Haben = Einlage |
Der Betrag steht im Soll eines Kontos und gleichzeitig im Haben eines anderen — dadurch bleibt die Buchführung ausgeglichen.
Soll und Haben bezeichnen nur Kontoseiten. Ob das einen Zugang oder Abgang bedeutet, hängt vom Kontotyp ab (Aktiv- vs. Passivkonto).
Bestandskonten zeigen Vermögen und Kapital (Bilanz). Erfolgskonten erfassen Aufwand/Ertrag und werden am Jahresende über die GuV abgeschlossen.
Sie sind erfolgsneutral — keine Betriebsausgabe, sondern eine Eigenkapitalminderung über das Privatkonto.
Wenn ein Geschäftsvorfall mehrere Aufwands- oder Ertragsbestandteile hat oder eine Zahlung auf mehrere Konten verteilt wird.