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Kostenrechnung · KLR II · Lektion 7 · Letzte Lektion des Kurses

Markt- und zeitbezogenes Management

Autor: Dipl.-Kfm. Michael Schröder, Steuerberater Level: Fortgeschritten
Lernziele
  • Erweiterung der Kostenrechnung um den Faktor Zeit verstehen
  • Target Costing anwenden können
  • Life Cycle Costing einordnen
  • Benchmarking als Lern- und Steuerungsinstrument nutzen
Erweiterung um den Faktor Zeit Target Costing Kosten-Nutzen-Verhältnis Life Cycle Costing Benchmarking Übungen mit Lösungen Zusammenfassung
A

Erweiterung um den Faktor Zeit

Moderne, markt- und zeitbezogene Kostenmanagement-Instrumente erweitern die traditionelle Kostenrechnung um den Faktor Zeit und integrieren den Kundennutzen in die Betrachtung. Vier zentrale Konzepte:

  • Target Costing: marktorientierte Zielkostenermittlung
  • Kosten-Nutzen-Verhältnis: Vergleichs- und Zielgröße für Kostenträger
  • Life Cycle Costing: Kostenzuordnung über den gesamten Produktlebenszyklus
  • Benchmarking: Lerneffekte und Zielvorgaben aus Vergleichen
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B

Target Costing

Grundidee Target Costing errechnet aus einem Marktpreis und einer Zielrendite die erlaubten Kosten (allowable costs) — retrograde Ableitung, statt Kosten zu ermitteln und daraus einen Preis abzuleiten.
Formel (retrograde Kalkulation) Erlaubte Kosten (allowable costs) = erzielbarer Marktpreis − geplante Zielrendite (Gewinn)

Anders als bei der klassischen Kalkulation (Kosten → Preis) wird beim Target Costing der Marktpreis als Ausgangspunkt genommen — die Entwicklung wird so gesteuert, dass die tatsächlichen Kosten die „erlaubten Kosten" nicht übersteigen.

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C

Kosten-Nutzen-Verhältnis

Das Verhältnis von Kosten und Nutzen eines Kostenträgers kann als Vergleichs- und Zielgröße genutzt werden — es hilft dabei, Produkte, Varianten oder Funktionen danach zu priorisieren, wie viel Kundennutzen sie im Verhältnis zu ihren Kosten stiften.

PraxisbezugIm Rahmen des Target Costing wird dieses Verhältnis häufig genutzt, um Kosten gezielt auf jene Produktkomponenten zu verteilen, die aus Kundensicht den größten Nutzen stiften (Funktionskostenanalyse).
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D

Life Cycle Costing

Grundidee Das Life Cycle Costing ordnet die Kosten den jeweiligen Lebenszyklusphasen eines Produkts zu — von Entwicklung/Entstehung über Markteinführung, Wachstum und Reife bis zum Auslauf/Rückzug vom Markt.

Dadurch wird sichtbar, dass ein erheblicher Teil der später anfallenden Kosten bereits in frühen Phasen (z. B. Entwicklung, Konstruktion) festgelegt wird — auch wenn die tatsächlichen Zahlungsabflüsse erst später erfolgen.

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E

Benchmarking

Grundidee Benchmarking führt zu Lerneffekten — Zielvorgaben aus dem Vergleich mit anderen Unternehmen, Abteilungen oder Best-Practice-Beispielen fließen in die Kosten- und Strategieplanung ein.

Durch den systematischen Vergleich eigener Prozesse, Kosten oder Leistungen mit externen oder internen Referenzwerten lassen sich Verbesserungspotenziale identifizieren und realistische Zielgrößen ableiten.

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F

Übungen mit Lösungen

Übung 1 · Target Costing

Ein Produkt soll am Markt für 80 € verkauft werden. Die geplante Zielrendite beträgt 12 €. Ermitteln Sie die erlaubten Kosten (allowable costs).

Lösung anzeigen

Erlaubte Kosten = 80 € − 12 € = 68 €. Die Produktentwicklung muss so gesteuert werden, dass die tatsächlichen Kosten 68 € nicht übersteigen.

Übung 2 · Instrument zuordnen

Ordnen Sie zu: a) Ein Unternehmen vergleicht seine Logistikkosten mit denen des Marktführers. b) Kosten eines Produkts werden von der Entwicklung bis zur Entsorgung betrachtet. c) Aus dem Marktpreis wird rückwärts die erlaubte Kostenobergrenze abgeleitet.

Lösung anzeigen

a) Benchmarking. b) Life Cycle Costing. c) Target Costing.

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Σ

Zusammenfassung

Das Wichtigste in Kürze
  • Markt- und zeitbezogenes Management erweitert die klassische Kostenrechnung um Zeit und Kundennutzen
  • Target Costing leitet retrograd aus Marktpreis und Zielrendite die erlaubten Kosten ab
  • Das Kosten-Nutzen-Verhältnis dient als Vergleichs- und Zielgröße
  • Life Cycle Costing ordnet Kosten den Lebenszyklusphasen eines Produkts zu
  • Benchmarking generiert Lerneffekte und Zielvorgaben aus dem Vergleich mit anderen
🎉🎉🎉 Herzlichen Glückwunsch — der komplette Kurs ist geschafft! Sie haben soeben die letzte von 42 Lektionen abgeschlossen: 13 Lektionen Bilanzierung nach HGB, 8 Lektionen IFRS, 7 Lektionen Kosten- und Leistungsrechnung I und 7 Lektionen Kosten- und Leistungsrechnung II — dazu die 12 Grundlagen-Lektionen der Buchhaltung, Kassenbuch, GoB, Kontenrahmen und das komplette Kontierungs-ABC.

Von der doppelten Buchführung über HGB-Bilanzierung, internationale Rechnungslegung bis zum strategischen Kostenmanagement — Sie haben das gesamte Spektrum des betrieblichen Rechnungswesens durchlaufen. Nutzen Sie das Kontierungs-ABC als Nachschlagewerk für Ihren Praxisalltag.
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