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Lektion 6 · Konto #3200

Wareneingang buchen

Autor: Dipl.-Kfm. Michael Schröder, Steuerberater Level: Einsteiger bis Fortgeschritten
Am Ende dieser Einheit können Sie
  • den Einkauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (RHB) oder Waren korrekt erfassen
  • Preisnachlässe wie Boni, Skonti und Rabatte richtig als Minderung der Anschaffungskosten buchen
  • die Grundlagen der Kreditorenbuchhaltung verstehen und Personenkonten nutzen
Video Wareneingang buchen: der erste Schritt Sachkonten beim Einkauf Skonti, Rabatte und Boni Kreditorenbuchhaltung Zusammenfassung

Video zur Lektion

A

Wareneingang buchen: der erste Schritt

Der Wareneingang ist ein zentraler Prozess in der Buchhaltung jedes Unternehmens, das mit physischen Waren oder Rohstoffen arbeitet — er wirkt sich direkt auf Lager und später auf den Wareneinsatz aus, der maßgeblich für Ihren Gewinn ist.

Typische Schritte

  • 1. Erfassen: Lieferschein oder Wareneingangsrechnung mit Datum, Lieferant, Menge und Preis erfassen
  • 2. Buchen der Rechnung: Der Gesamtbetrag führt zu einer Verbindlichkeit gegenüber dem Lieferanten; gleichzeitig werden die Waren auf einem Bestandskonto (z. B. „Vorräte") erfasst
  • 3. Lagerbestand aktualisieren: die Lagerbuchhaltung wird entsprechend angepasst
  • 4. Wareneinsatz später erfassen: erst bei tatsächlicher Entnahme aus dem Lager entsteht der Aufwand (z. B. „Materialaufwand")
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B

Sachkonten beim Einkauf: eine Investition, kein Aufwand

Der Einkauf von Waren oder Rohstoffen ist im Moment der Anschaffung noch kein Aufwand im Sinne eines Werteverzehrs — er ist eine Investition in Ihr Betriebsvermögen. Eingekaufte Waren = Vorräte, gemäß § 266 HGB gehören dazu: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse, Waren sowie geleistete Anzahlungen.

Beispiel 1 · Barzahlung (Aktivtausch) Vorräte 1.000 € + Vorsteuer 190 € an Kasse 1.190 €
Beispiel 2 · Zielkauf (Bilanzverlängerung) Vorräte 1.000 € + Vorsteuer 190 € an Verbindlichkeiten a. L. u. L. 1.190 €
BezugskostenTransport-, Verpackungskosten oder Zölle sind gemäß § 255 HGB Anschaffungsnebenkosten und müssen ebenfalls aktiviert werden — sie erhöhen den Wert der Vorräte.

Materialaufwand: wenn Waren verbraucht werden

Erst wenn Vorräte aus dem Lager entnommen und verbraucht oder verkauft werden, entsteht Materialaufwand: Materialaufwand an Vorräte.

Ermittlung des Warenverbrauchs: direkt (jede Entnahme wird über Entnahmescheine erfasst) oder retrograd (Einkäufe werden zunächst als Aufwand gebucht, der tatsächliche Verbrauch wird am Periodenende über eine Inventur korrigiert). Fehlt Ware bei der Inventur, wird die Differenz ebenfalls als Materialaufwand gebucht.

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C

Skonti, Rabatte und Boni richtig buchen

Preisnachlässe sind gut fürs Unternehmen, müssen aber korrekt erfasst werden, da sie die Anschaffungskosten mindern.

  • Rabatt: sofortiger Preisnachlass, bereits bei Rechnungserstellung bekannt — wird gar nicht separat gebucht, da nur der geminderte Betrag in Rechnung gestellt wird
  • Skonto: Preisabzug bei Zahlung innerhalb einer Frist (z. B. 2 % bei Zahlung in 7 Tagen) — bei Rechnungserstellung noch ungewiss, daher nachträglich buchen inkl. Vorsteuerkorrektur
  • Bonus: nachträglicher Preisnachlass bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen (z. B. Jahresbonus) — mindert ebenfalls Anschaffungskosten und Vorsteuer
  • Gutschrift: Preisnachlass wegen Schlechtleistung des Lieferanten — ebenfalls nachträglich zu buchen
Beispiel · 2 % Skonto auf 11.900 € brutto (10.000 € netto + 1.900 € USt) Bei Zahlung: Verbindlichkeiten a. L. u. L. 11.900 € an Bank 11.662 € + Vorräte 200 € + Vorsteuer 38 €
Die 200 € und 38 € mindern die ursprünglichen Anschaffungskosten und die Vorsteuer.
Beispiel · Gutschrift 200 € netto + 38 € USt Verbindlichkeiten a. L. u. L. 238 € an Vorräte 200 € + Vorsteuer 38 €
Anschließende Begleichung der reduzierten Rechnung: Verbindlichkeiten a. L. u. L. 952 € an Bank 952 €
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D

Kreditorenbuchhaltung: Überblick über Ihre Lieferanten

Die Kreditorenbuchhaltung ist eine wichtige Nebenbuchhaltung mit detaillierten Informationen zu Ihren Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung. Statt alle Eingangsrechnungen nur auf einem Sammelkonto zu buchen, führen Sie für jeden Lieferanten ein separates Personenkonto (Kreditorenkonto). So behalten Sie den Überblick über:

  • Umsatz und eingekaufte Mengen bei jedem Lieferanten
  • Zahlungstermine und Skontomöglichkeiten
  • Offene Salden und den Status jeder einzelnen Rechnung

Das ist unerlässlich für effizientes Lieferantenmanagement und Liquiditätsplanung.

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Σ

Zusammenfassung

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Einkauf von Waren oder RHB ist zunächst erfolgsneutral: Aktivtausch bei Barzahlung, Aktiv-Passiv-Mehrung bei Zielkauf
  • Preisnachlässe (Boni, Skonti, Rabatte) mindern die Anschaffungskosten und oft auch die Vorsteuer
  • Die Kreditorenbuchhaltung liefert detaillierte Informationen zu Verbindlichkeiten je Lieferant

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